Getränkeschankanlage - Fit für den Neustart

Bedingt durch die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren Gaststätten, Biergärten, Hotels, Kneipen, Bars, Bistros und Diskotheken über Wochen geschlossen.

Die Wiederinbetriebnahme der Schankanlagen stellt vor diesem Hintergrund eine besondere Herausforderung dar. Der Deutsche Brauer-Bund hat eine Übersicht erstellt über notwendige Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme von Getränkeschankanlagen , die vor der Wiedereröffnung eines Lokals ergriffen werden sollten.


10 Schritte für die Wiederinbetriebnahme Ihrer Getränkeschankanlage


  1. Bevor das erste Bier gezapft wird, muss die Schankanlage gründlich gereinigt werden. Hierbei sind die Hinweise der Arbeitssicherheitsinformation 6.84 der BGN zu beachten.
    Achtung: Im Zeitraum der Nichtbenutzung kann es zu hohem Keimwachstum kommen, besonders wenn die Anlage unmittelbar nach Stilllegung nicht gereinigt wurde.

  2. Bei einem längeren Stillstand der Getränkeschankanlage müssen nicht nur die Bierleitungen gereinigt werden, sondern besonders auch der Zapfkopf und der Zapfhahn. Diese müssen beim Säubern zerlegt werden.

  3. Es muss auf jeden Fall daran gedacht werden, rechtzeitig einen Schankanlagenreiniger zu bestellen, da nach der Wiedereröffnung vorauszusehen ist, dass die kurzfristige Nachfrage nach Serviceterminen der Schankanlagenfachbetriebe das Angebot übersteigen dürfte.

  4. Anlagen zur Abgabe von alkoholfreien Getränken, besonders im Post-Mix-Bereich, müssen unter Befolgung der Herstellerangaben gereinigt werden.

  5. Bierfässer, die bereits vor der Schließung angestochen waren, dürfen auf keinen Fall nochmals angezapft werden. Im Bier sind möglicherweise, besonders bei ausgeschalteter Kühlung, Keime gewachsen, welche die Schankanlage infizieren können. Zudem sollte dem Gast grundsätzlich niemals Bier angeboten werden, welches bereits seine Qualität verloren hat.

  6. Die Bierkühlung muss rechtzeitig wieder angeschaltet werden, damit die Fässer wenigstens 48 Stunden durchkühlen können. Sind sie noch zu warm, kommt es zwangsläufig zu Zapfstörungen.

  7. Ebenso darf der Betrieb der Begleitkühlung (falls vorhanden) nicht vergessen werden. Der Füllstand des Wassertanks und das Erreichen der notwendigen Betriebstemperatur sind zu prüfen.

  8. Die Gläserspüleinrichtungen sind vorbereitend zu säubern: bei der Spülmaschine vor allem die Dichtungen, bei einem manuellen Gerät die Bürsten und das Innere der Töpfe.

  9. Die Gläserspülmaschine mindestens einmal ohne Gläser laufen lassen, damit sie durch die Temperatur desinfiziert und das alte, verbliebene Wasser ausgetauscht wird. Auch beim manuellen Gerät muss Restwasser ausreichend entfernt werden, am besten durch längeres Öffnen des Wasserhahns bei angeschlossenem Zulaufschlauch.

  10. Das alte, stagnierte Wasser in den Trinkwasserleitungen muss zuerst abgezapft werden, bis wieder frisches Wasser kommt. Es könnten sich gesundheitsschädliche Keime während der Nichtbenutzung des Wassers in der Leitung gebildet haben.

*Diese Hinweise entsprechen dem aktuellen Wissensstand und ersetzen nicht die Anleitungen der Hersteller von Geräten und Anlagen.




Quelle:

Die deutschen Brauer · Deutscher Brauer-Bund e. V.
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